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Die Geschichte der Ócsaer
Reformierten Kirche
Die Gemeinde Ócsa
befindet sich 25 Kilometer südlich von Budapest. Gegenstände im
Nationalmuseum weisen darauf hin, dass die Gemeinde schon seit
Urzeiten eine bewohnte Siedlung ist.
Ihr bekanntestes Bauwerk ist die im XII. Jh., im romanischen
Stil, dreischiffig, eigenst für die Premonstratenser erbaute
Basilika. Das Dorf gehörte zu Zeiten der Árpádházer
Herrschaft zum königlichen Besitztum. Die schwungvolle
Entwicklung wurde durch die 150 Jahre lang anhaltende türkische
Herrschaft stillgelegt. Im XVII. Jh. nahmen die Einwohner den
Glauben der Reformierten Kirche an. Seit 1560 ist die Kirche im
Besitz der Ócsaer Reformierten Kirchengemeinde. Tatarische
Truppen steckten 1664 den Dachstuhl der Kirche in Brand.
Jahrzehnte war dann nur noch ein Sechstel des Gebäudes
überdacht.
Eines der bekanntesten Patrone der Gemeinde war der Graf József
Teleki (1738-1796), der am Anfang der 1770-er Jahre Ócsaer Land
aufkaufte. Telekis Ziel war es, den weiteren Zerfall der Kirche
zu stoppen. Die Restaurierung erfolgte zwischen 1774 und1777. Am
4. Mai 1777 zu Pfingsten wurde die restaurierte Kirche
eingeweiht. In dem damaligen Protokoll der Gemeinde schrieb der
zu jener Zeit amtierende Pfarrer folgende Zeilen: "An der Einweihung der Kirche
nahmen die Einwohner von 20 Gemeinden der reformierten Kirche
teil. Die Hälfte aller Erschienenen passten nicht in die Kirche.
Mehr als 1500 nahmen das Abendmal."
1865 wurde nach den Konstruktionsplänen des nagyvárader
Orgelbaumeisters József Komornyik eine neue Orgel erbaut. 1872
wurde die Kirche vom Blitz getroffen und zerstörte die Orgel.
1884 zerstörte ein Grossbrand das Dach, 1890 brach die Decke
ein. Zwischen 1896 und 1900 wurde die Kirche wieder erneuert.
1902 wurden beim Malern der Kirche im Hauptchor Fresken entdeckt.
Im Hauptchor kann man die Apostel in Dreieranordnung sehen. Im
rechten und linken Bogen sind der heilige Nikolaus und der
heilige Georg abgebildet. Auf der linken Seite sieht man Auszüge
aus dem Leben des heiligen Ladislauses und dem gegenüber sieht
man noch die Brüche des Leidensweges. In der Zeit zwischen 1922
und 24 wurde ein weiteres Geschoss auf die zwei Türme
aufgesetzt.
Im Jahre 1986 wurde die Kirche für ganze 8 Jahre zugeschlossen.
Es begannen die archeologische Freilegung, die gründliche und
fachgerechte Restauration und Rekonstruktion. Das Bauwerk bekam
ein neues Dachwerk, die originalen räumlichen Anschlüsse wurden
wieder hergestellt, die Steinmetzgerarbeiten, Fresken und der
Fussboden wurden ausgebessert. Die Umgebung der Kirche wurde in
Ordnung gebracht, die Kirchenmauer wurde mit Natursteinen
aufgezogen und der Kirchhof wurde bepflanzt und mit gebrochenem
Naturstein gepflastert.
Am 29. Oktober 1994 übergab das Landes-Kunstschutzdenkmals-Amt
der Reformierten Gemeinde die restaurierte und rekonstruierte
Basilika. In den uralten Wänden der Kirche erklang seit langer
Zeit zum ersten Mal wieder die Hymne der Reformierten Kirche, der
90. Psalmgesang: ,,Dir vertrauten wir von Anfang an, Herr, Du bist
unsere Zukunft für und für..."
1995 erhielt
die Kirche den Europa Nostra Preis, mit dem die Kirche als
Ócsaer Reformiertes
Kunstdenkmal, für die genaue und umsichtige Restauration
ausgezeichnet wurde.
Die Ócsaer Gemeinde sieht mit Freuden auf ihre uralte Kirche,
deren Existenz auf die Worte im
Brief vom Jakob (1;17) hinweist: "Alle gute Gabe und
alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des
Lichts, bei dem keine Veränderung ist noch Wechsel des Lichts
und der Finsternis."
Eine schöne
Gabe und ein vollkommenes Geschenk, eine aus Stein erbaute
wunderbare Kirche. Aber was für uns dennoch das Wichtigste ist,
dass von Ereignis zu Ereignis zu uns von der barokken Kanzel die
lebenden Worte Gottes ertönen "...bei
dem keine Veränderung ist noch Wechsel des Lichts und der
Finsternis.''
Jährlich
besuchen 10-15000 Besucher unsere Kirche, welchen wir mit Freuden
den Bau der Geschichte zeigen, jedoch mit dem Hinweis darauf,
dass sie nicht in ein Museum, sondern in eine Kirche treten, wo
folgende Worte heilig sind:
"Und sprach zu ihnen: Es
steht geschrieben (Jesaja 56,7): ,Mein Haus soll ein
Bethaus heissen ..."(Mt 21.13).
Hiermit laden
wir von Herzen alle Interessenten ein, bei uns in Ócsa zu Gast
zu sein, in der Hoffnung mit der Besichtigung des Ócsaer
Reformierten Kunstdenkmales nicht nur das Bauwerk zu bewundern,
sondern auch in der Hoffnung, dass Sie die sanfte bescheidene
Stimme Jesus Kristuses hören: ,,Kommt alle zu mir, die
ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch
Ruhe verschaffen." Mt 11.28
János
Darázsi & Péter
Hantos
Reformatorischer Presbyter Reformatorischer Pfarrer
Landesgeschichten-Forscher
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